

Nach dem Bergmelodrama «Klara!» macht sich die Gruppe KLARA auf in die urbanen Umgebung. «Abend» ist ein Simultanabend, welcher Szenen aus einem siebenstöckigen Mietshaus parallel und verschachtelt auf die Bühne bringt – eine möglichst komplexe Erzählweise, welche sich durch einzelne Simultangeschichten zusammensetzt.
Es ist Feierabend – doch der Alltagsstress ist noch lange nicht vorbei, sondern geht in die freizeitliche Runde: Da wäre einmal eine mit ihrem Kind überforderte alleinerziehende Mutter. Dann ein Ehepaar mit Kommunikationsproblemen, das sich auch körperlich nicht mehr viel zu sagen hat – die Frau weicht kurzerhand in Nachbars Bett aus. Ein junger Frauenheld lädt zur Party ein und versucht krampfhaft, seiner Gastgeberrolle gerecht zu werden und gleichzeitig seine eingeladenen weiblichen Bekanntschaften voneinander fernzuhalten. Da ist ein Fussballer, der seine Familie und das Spiel verliert. Und schliesslich die einsame Frau und der depressive Mann, welche sich beinahe finden – doch es kommt anders und der Mann bringt sich um.
«Abend» zeigt, wie die Nachbarn eines Mietshauses einen Abend durchleben: Drei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler schlüpfen im fliegenden Wechsel in diverse Rollen. Die Bühne sieht aus wie eine Wohnung, doch in dieser spielen parallel und gleichzeitig Szenen aus den sieben Stockwerken des Hauses, einem Querschnitt gleich, ohne dass sich die Handlungsebenen vermischen würden – Theater wie ein Bilderbuch.
1993. Eine KLARA Produktion.
Mit: Silvia Buonvicini, Jo Dunkel, Michèle Fuchs, Danica Kupkovic, Angelo Nef
Regie: Christoph Frick & Jordy Haderek
Musik: Knut Jensen
Ausstattung: Claudia Castrischer
Licht: Urs Reusser
Regieassistenz: Nicole Schöpfer
Training: Daniel Wahl
Technik: Michel Jann
Grafik: Beat Brogle
Fotos: Sarah Derendinger
Uraufführung: 21. 5. 1993, Kulturwerkstatt Kaserne Basel





